Schwimmendes Haus in Dubai
In Dubai wurde kürzlich das vielleicht luxuriöseste Hausboot der Welt zu Wasser
gelassen. Daran mitgearbeitet hat die Bündner Firma Bagno Sasso in Landquart.
Es ist ein vollwertiges Einfamilienhaus mit allem Drum und Dran. Das Einzige, was fehlt, sind das Fundament und der Keller – aus gutem Grund. «O», die Kreation der Architektin Leen
Vandaele, ist ein schwimmendes Haus. Entwickelt hat die in Australien geborene Belgierin das Konzept gemeinsam mit den beiden jungen Architektenkollegen Ahmed Ebrahim und Farid
Esmaeil, welche in Dubai das Architekturbüro X betreiben. Vom Stapel gelaufen ist das ungewöhnliche Hausboot kürzlich denn auch in Dubai. Vandaele, Ebrahim und Esmaeil
wollten bei «O» jene Qualitäten und die klare Formensprache weiterführen, welche auch ihre Arbeiten an Land auszeichnet. Das rund 20 Meter lange, 6,5 Meter breite und fünf Meter
hohe schwimmende Haus zeichnet sich folgerichtig durch die konsequente Architektur aus. Auf den ersten Blick sieht das Hausboot aus wie ein aus Stahl und Glas gefertigtes Gebäude.
Anstelle von Stahl musste bei der Herstellung in Dubai allerdings Aluminium
verwendet werden – um «O» an der Wasseroberfläche zu halten.
Offene Flächen dominieren Die drei Architekten gruppieren bei«O» die öffentlichen Räumlichkeiten beidseits eines abgeschlossenen und dem Entwurf optische Stabilität verleihenden
Mittelbaus. Im Mittelbau, der fast vollständig aus Aluminium gefertigt ist, sind die privaten Räumlichkeiten untergebracht. Die beiden überwiegend aus Glas gefertigten Seitenflügel
verleihen dem Hausboot eine ungewöhnliche Leichtigkeit. Ungewöhnlich
ist auch die Gesamtform des schwimmenden Domizils, welche keineswegs
an die Keilform eines herkömmlichen Schiffs erinnert, sondern von den Gestaltern konsequent als kubischer Baukörper mit einem rechteckigen Grundriss entworfen worden
ist. Die auf die gesamte Stockwerk-Höhe verglasten Seitenflügel des zweistöckigen
Boots werden von einem auskragenden Dach überragt, welches auf der unteren Etage eine Terrasse überdeckt,auf dem Oberdeck aber auf eine Einfassung reduziert ist, um die Seitenflügel
zu besonnen. Die Aluminiumteile von «O» haben Vandaele, Ebrahim und Esmaeil in weisser Farbe
gehalten, was den ganzen Mittelteil an die traditionelle griechische Architektur
erinnern lässt. Gelungen sind auch die Proportionen von «O», welche
dem Hausboot trotz seiner ungewöhnlichen Form selbst auf dem Wasser zumindest einmal optisch Stabilität verleihen.
Luxuriöse Ausgestaltung Die konsequente Umsetzung grosser Ansprüche an die Gestaltung setzt sich im Innern des Bootes fort. Und genau deshalb schwimmt in «O» auch ein Stück Graubünden mit. Die Badezimmer im Hausboot wurden von der Landquarter Firma Bagno Sasso AG in
Zusammenarbeit mit dem Münchner Designer Erik Demmer entworfen und ausgebaut. Bagno Sasso war als einzige Schweizer Firma an der Realisierung von «O» beteiligt.
Für den Innenausbau von «O» wurden lediglich hochwertige Materialien verwendet und gleichzeitig die beschränkten Raumverhältnisse ideal ausgenützt. Auch das optische Zusammenspiel von weissen Wänden, Decken und Böden sowie viel Glas setzt
sich in den Innenräumen des Bootes fort. Ein Grossteil der Einbauten wurde ebenfalls in Weiss gehalten; eine Ausnahme bildet dabei die Badewanne, die mit dunklem Holz verkleidet
ist. Die vor zehn Jahren gegründete Bagno Sasso AG hat in der Vergangenheit schon zahlreiche Aufsehen erregende Bauten realisiert. Inzwischen ist die Landquarter Firma international tätig.
Neben Badezimmern für den Alltagsgebrauch baut Bagno Sasso auch ganze Wellnessbereiche. Geachtet wird dabei auf eine klare Gestaltung und edle Materialien.
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